Spaß und Erfolg in der digitalen Welt

Eine siebenteilige Videoserie über Orientierung in einer Welt, die sich schneller ändert, als du planen kannst. Aufgenommen 2018 – als der Auslöser noch Digitalisierung hieß.

Erfahre hier mehr über die Hintergründe dieser Museums-Seite.

Los gehts. Folge uns in auf der Reise ins Jahr 2018. Wir starten – wie immer- mit Humor, denn wir können nicht anders:

Komplex ist nicht kompliziert

Markus sucht nach einem Kriterium, das die Veränderung auf den Punkt bringt, und landet bei der Unterscheidung zwischen kompliziert und komplex. Kompliziert heißt: wer sich genug Mühe gibt, kann es verstehen – ein Atomkraftwerk braucht zwanzig Experten, aber erklärbar bleibt es. Und dann der Satz, an dem 2026 alles hängt: genau das ändert sich, weil beim Ziehen an einer Stelle Millionen Datenpunkte mitgehen. Renate erzählt in derselben Folge von einem Werkbesuch, bei dem ein Mensch neben einer künstlichen Intelligenz arbeitete, und nennt es Science-Fiction pur. Dazu die Frage, ob man die Maschine hinterher mit zum Kaffee einlädt.

Die goldene Uhr

Max Weber hat um die Jahrhundertwende Büroarbeit untersucht und dabei ein Mindset beschrieben, das über hundert Jahre gehalten hat: wer fleißig ist und bleibt, steigt auf, und nach vierzig Jahren gibt es die goldene Uhr. Renate zeigt, wie viel Sicherheit darin lag – man konnte Hauskauf, Heirat und Kinder an der eigenen Karrierekurve ausrichten. Die Visitenkarte legte fest, wofür man zuständig war und wofür nicht, und darüber gab es immer noch jemanden, der die größere Entscheidung traf. Fabrikwohnungen, Sozialversicherung, Gewerkschaften, sogar die Einbauküche gehören in dieses Bild. Was das gekostet hat, steht auf einem anderen Blatt.

Verantwortung ohne Macht

Die Entscheidung wandert nach unten, weil sie nicht mehr aufgeschoben werden kann: wer an der Maschine, am Projekt, beim Kunden steht, muss jetzt entscheiden. Markus benennt den Widerspruch, in dem das passiert – Verantwortung übernehmen zu sollen in einem Land, in dem Fehler sanktioniert werden. Renate nennt die Frage, die sie in Coachings immer wieder sieht: in welches Biotop passe ich mit meiner Art zu denken und zu arbeiten. Am Ende der Folge steht eine Aufforderung, keine Zusammenfassung.

Kein Schritt 1, 2, 3

Diese Folge ist gekürzt. Der Kern trägt weiter: eine Haltung entsteht nicht in Schritt eins, zwei, drei, deshalb helfen Ratgeber und Trainings hier nicht – die sind gut, wenn man Wissen braucht. Renate erzählt von einem Mann, der seine Arbeitszeit so weit zurückgeholt hat, dass Zeit für einen Hund übrig blieb, und schickt das Foto des Hundes als Beweis mit. Der zweite Fall ist jemand, der nicht abschalten konnte und für sich das Bild des Ankers gefunden hat: der Sturm bleibt, das Mitgerissenwerden hört auf.

Füttert es mein Ziel?

DIE ZEIT liegt jede Woche im Briefkasten, ist zu dick, und irgendwann wandert der Stapel ins Altpapier – bezahlt und ungelesen. Renate und Markus nehmen dieses Gefühl ernst, statt es wegzureden: reduzieren heißt verlieren, und der Verlust will betrauert werden. Die Frage, mit der sie arbeiten, ist keine Priorisierungstechnik, sondern eine Zielfrage – füttert es mein Ziel. Beim Newsletter fehlt die natürliche Grenze, die der Briefkasten noch hatte, also muss sie von innen kommen. Und ohne Ziel lässt sich nicht reduzieren, sonst wird Minimalismus Selbstzweck.

Woher die Energie kommt

Wenn die Teams nach jedem Sprint neu zusammengesetzt werden, muss Beziehungsaufbau geübt werden statt vorausgesetzt – Vertrautheit über Jahre gibt es nicht mehr geschenkt. Renate spricht über den Körper als Gefäß, über verdrängte Anteile und über die Blockade, nicht Nein sagen zu können. Ein Abschnitt geht über Geld und Statussymbole, und dort fällt 2018 ein Satz, der inzwischen Alltag ist: Besitz wird geteilt, Zeitautonomie wird zum eigentlichen Status. Am Ende das Bild der Feder – in der Mitte fest, an den Rändern beweglich.

Wo steht heute der Kaffee?

Stell dir vor, dein Kaffee steht jeden Morgen an einem anderen Platz. Ärgerst du dich, oder gehst du neugierig durch die Küche und suchst? Renate baut daraus die ganze Folge, und Markus setzt die Gegenrechnung daneben: es steht in keinem Arbeitsvertrag, dass es morgen so bleibt wie heute. Was früher von außen Orientierung gab – Kirche, Hierarchie, Team, Familie – trägt weniger, also muss man sich selbst halten. Das Mantra dazu ist unbequem schlicht: willst du das jetzt wirklich.